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  • IT-Modernisierung 2025: Was Entscheider wirklich priorisieren – und was das bedeutet

    IT-Modernisierung 2025: Was Entscheider wirklich priorisieren – und was das bedeutet

    Welche Themen stehen 2025 ganz oben auf der Agenda der IT-Entscheider? Unsere aktuelle Erhebung zeigt ein klares Bild: Unternehmen setzen auf technische Erneuerung mit strategischem Fokus. Doch beim genaueren Hinsehen offenbaren die Zahlen auch blinde Flecken – und Handlungsspielräume.

    Die sechs Top-Prioritäten im Überblick

    1. Cloud-Migration (78 %)

    Cloud first – aber nicht beliebig. Der hohe Anteil unterstreicht den Druck zur Flexibilisierung von Infrastrukturen, vor allem durch Multi-Cloud-Strategien, Exit-Optionen und regulatorisch belastbare Betriebsmodelle. Cloud wird nicht mehr als reines IT-Thema betrachtet, sondern als Enabler für Business-Agilität und Time-to-Market.

    2. Legacy-Ablöse (65 %)

    Zwei Drittel der Unternehmen haben erkannt, dass Modernisierung ohne Ablösung zentraler Altlasten ins Leere läuft. Besonders betroffen: ERP-Altversionen, Hostsysteme, monolithische Eigenentwicklungen. Es geht nicht nur um Technologie – sondern um Freiraum für Innovation.

    3. Cybersecurity (62 %)

    Sicherheit wird neu bewertet – nicht als Kontrollmechanismus, sondern als Voraussetzung für digitale Resilienz. Im Kontext von Cloud, APIs, Remote Work und regulatorischen Anforderungen (z. B. NIS2, DORA) steigen die Anforderungen an proaktive Schutzkonzepte und adaptive Security-Architekturen.

    4. KI-Nutzung (54 %)

    Mehr als die Hälfte plant, Künstliche Intelligenz gezielt einzusetzen – etwa für Automatisierung, Entscheidungsunterstützung oder User-Interaktion. Der Einsatz bleibt jedoch fragmentiert: Oft fehlt ein übergreifendes Zielbild, das KI in Architektur und Prozesse integriert.

    5. Green IT (47 %)

    Nachhaltigkeit rückt auf die Roadmap – angetrieben durch ESG-Vorgaben, Kostenaspekte und den Druck von Kunden und Investoren. Die Umsetzung hinkt jedoch häufig hinterher. Wer Nachhaltigkeit ernst nimmt, muss IT-Betrieb, Softwaredesign und Beschaffung systematisch transformieren.

    6. Citizen Development (40 %)

    Noch ist die Nutzung von Low-Code/No-Code-Plattformen zurückhaltend – vor allem aufgrund von Governance-Fragen, Change-Resistenz und fehlender Integration. Doch das Thema hat Potenzial: Unternehmen, die ihre Mitarbeiter gezielt befähigen, gewinnen Agilität auf operativer Ebene.


    Was bedeutet das für Entscheider?

    Die Ergebnisse zeigen: IT-Modernisierung wird 2025 zunehmend als strategische Kernaufgabe verstanden – aber sie bleibt komplex. Drei zentrale Ableitungen für CIOs, CDOs und Transformationsverantwortliche:

    1. Nicht alles gleichzeitig – aber systematisch:

    Es braucht ein priorisiertes, architekturgetriebenes Vorgehen. Wer heute Cloud-Projekte startet, ohne Legacy-Fragen zu klären, zementiert Probleme. Wer KI nutzt, ohne Datenstrukturen und Verantwortlichkeiten neu zu denken, bleibt in der Spielwiese.

    2. Der Engpass ist nicht Technologie, sondern Organisation:

    Viele Projekte scheitern nicht am Tool, sondern an fehlender Führung, mangelnder Klarheit oder Silostrukturen. Erfolgreiche IT-Modernisierung verlangt Führungskräfte, die nicht nur entscheiden – sondern Verantwortung für Veränderung übernehmen.

    3. Die Zukunft gehört integrierten Ökosystemen:

    Die hohe Relevanz von Cloud, KI und Sicherheit zeigt: Einzelinitiativen reichen nicht mehr. Entscheider müssen Plattformdenken fördern, Zielbilder schaffen und Delivery-Fähigkeit aufbauen. Modernisierung ist kein Projekt – sondern ein struktureller Umbau.